23 Jahre Gemeinderat - ein Rückblick von Daniel Waldhuber
Als ich Anfang des Jahres 2000 gefragt wurde, ob ich für die Grünen kandidieren wolle, um so das bestehende Mandat zu halten, war ich guter Hoffnung, in der Gemeinde etwas bewirken zu können. Die ersten fünf Jahre waren eher mühsam, weil es immer eine Zeit braucht, die Dynamik eines Parteiensystems zu erfassen.Abgesehen von der gebotenen Show, die dazu da ist, die anderen zu blenden und abzulenken, um Parteiinteressen verfolgen zu können, gilt es in einer Mehrheitspartei immer auch zu verschleiern, dass wenige den Ton angeben und manch andere Platzhalter und Stimmen bei Abstimmungen sind. Im Extremfall bestimmt einer und die anderen spielen mit, weil es sonst mühsam werden könnte.
Für mich als anfangs ein Solo- Arbeitender war es anders. Ich musste mich nicht an Vorgaben halten. Ich musste aber lernen, wie Veränderungen passieren, nämlich Schritt für Schritt. Und das Sinnvollste ist das Veröffentlichen von Ideen, ob in Wort oder Schrift. Denn gute Ideen werden von anderen übernommen, als wären es die eigenen.
Ein ganz entscheidender Schritt gelang Ende 2004, als auf meinen Antrag hin, der Bau der Nahwärmeanlage im neu zu errichtenden Gemeindeamt einstimmig beschlossen wurde. Die Jahre davor hatte ich auch darauf gedrängt, aber immer nur ausweichende Antworten erhalten. Der Grund: die ÖVP hatte schon einiges in Planung, wollte es aber auf ihre Fahnen heften und war überrascht, als ich zum richtigen Zeitpunkt den Antrag stellte. Durch die besondere Situation 2010 und 2015, als es mir aufgrund der Mandatsverteilung möglich war, mit der ÖVP ein Arbeitsübereinkommen zu schließen und mir damit indirekt mehr an Einfluss möglich war, wurden einige Entscheidungen bereits vor Sitzungen entschieden.
So mancher konnte sich fragen, warum der Grüne nicht stärker im Gemeinderat präsent war – eben, weil es im Vorfeld abgesprochen war. Eine wichtige Zeit war meine Funktion als Kassier und damit im Gemeindevorstand (9/ 2012 – 3/2018), weil ich dadurch näher an Entscheidungsprozessen war. Wenn ich mehr Energie und die entsprechenden Hilfen gehabt hätte, wäre noch mehr möglich gewesen. Aber Demokratie ist zeit- und energieaufwendig. Dem neuen Team um Jürgen Neuhold und Katharina Perner wünsche ich Energie und Ideen zum Wohl unserer Gemeinde.
Redaktion: Daniel Waldhuber