Seiersberg-Pirka: Gegen Spekulation
Schon seit Jahren wurde von uns die Errichtung von PV-Anlagen auf den Dächern der Gemeindegebäude gefordert. Vor zwei Jahren freuten wir uns, dass dies endlich in Angriff genommen werden soll. Nicht gefreut haben wir uns über die Form der Vergabe des Projektes an einen Generalunternehmer. Dieser sollte die Anlage errichten und ein Nutzungsentgelt erhalten, welches mit der Inflation steigt. Die Gemeinde erhält dafür den gesamten produzierten Strom, ca. 1,4 Millionen kWh im Jahr. Ein Drittel davon würde die Gemeinde selbst nutzen, den Rest müsste sie an Dritte verkaufen.
Ein von uns eingebrachter Antrag, Alternativen zu prüfen, wurde abgelehnt. Ebenso wurde der Zuschlag 2023 ohne unsere Zustimmung vergeben, da es sich um ein risikoreiches Spekulationsgeschäft gehandelt hat. Ein von uns innerhalb kürzester Zeit organisiertes spekulationsfreies Alternativangebot wurde von allen anderen Parteien abgelehnt.
Doch warum Spekulation?
Die Gemeinde hätte sich 15 Jahre verpflichtet, ca. eine Million kWh zum Preis von 18 Cent pro kWh zuzüglich Inflation und Steuer an Dritte zu verkaufen. Gerechnet hätte sich das nur, wenn der Preis für PV-Strom entsprechend der Inflation steigt.
Bereits 2023 ging die ÖMAG und etliche Marktstudien von einem zukünftigen Einspeisetarif von unter 9 Cent pro kWh aus. Selbst wenn zumindest 9 Cent pro kWh 15 Jahre lang erwirtschaftet worden wären, bliebe der Gemeinde ein Verlust von 1.350.000,- Euro.
Zum Glück ist uns dieser Schaden erspart geblieben, weil die Aufsichtsbehörde der Vergabe des Auftrages eine Absage erteilt hat. Leider wurden zwei Jahre vergeudet und es gibt noch immer keinen nachhaltigen Strom von den Dächern unserer Gemeindegebäude. Wir werden weiterhin für einen möglichst raschen Umstieg auf erneuerbare Energien drängen.