Barrierefreiheit in der Stadt Leoben

Barrierefreiheit sollte eigentlich selbstverständlich sein. Ist es aber nicht. Barrierefreiheit bezeichnet die Gestaltung der Umwelt, die es allen Menschen ermöglicht, ohne Hindernisse mit ihrer Umgebung zu interagieren. Als unser insgesamt dreistöckiges Haus vor einigen Jahren saniert wurde und ich die Anfrage stellte, ob man da nicht auch gleich einen Lift mit einplanen könnte, bekam ich zur Antwort: „Ziehen Sie in ein Seniorenheim“. Treppen sind eines der offensichtlichen unüberwindbaren Hindernisse.

Zu sehen ist: Birgit Scharf

Probleme bereiten aber oft auch die nicht so offensichtlichen: Ein Beispiel dafür ist das Asia Spa. Will man in die Wasserwelt, muss man durch fünf Türen hindurch, die relativ schmal sind und sich nicht automatisch öffnen. Blindenleitsysteme sind eher selten vorhanden, und wenn, dann führen sie manchmal geradewegs in eine Mauer. Oder ins Nichts.Ich war auch noch nie in einer Gaststätte, die als kleines Service eine Speisekarte in Brailleschrift angeboten hat. Bin ich mit meiner Enkelin samt Buggy unterwegs, erlebe ich, wie schwierig das Benutzen von öffentlichen Verkehrsmitteln mit Kinderwagen ist. Bin ich zu Fuß unterwegs, suche ich dann verzweifelt die seltenen und meist zugeparkten Abschrägungen der oft recht hohen Gehsteigkanten. Am meisten ärgern mich aber Leute, die sich einfach auf Behindertenparkplätze stellen.Wir alle können dazu beitragen, dass der Alltag für Menschen mit Behinderungen lebenswerter und einfacher wird. Bei der Gestaltung des öffentlichen Raums – sei es Straße, Gasthaus oder Geschäft – ist Barrierefreiheit jedenfalls ein Muss!

Gemeinderätin Birgit Scharf.